Siloing: Interne-Verlinkung für Blogs, Shops & Websites
Egal ob Online-Shop, Weblog oder irgend eine andere Art von Website – der strukturelle Aufbau ist entscheidend, damit dein Internet-Auftritt gut bei Google & den Lesern ankommt.
Denn nur so können sich User & Bots auf deiner Website gut zurechtfinden (Stichwort: Usability & User Experience). Nicht weniger wichtig ist die Methode, wie du einzelne Seiten deiner Website untereinander verlinkst. Hier empfiehlt sich die Siloing-Methode.
Website-Struktur – was ist das denn?
Ich könnte auch Seiten-Architektur oder Informationsarchitektur dazu sagen, denn das sind die eigentlichen Fachbegriffe. Klingt aber etwas komplex, daher spreche ich weiterhin von Website-Struktur, schließlich ist genau das damit gemeint.
Was ist eine Website-Struktur? Die logische Themen-Einteilung bzw. der Aufbau von Webseiten.
Hört sich wahrscheinlich immer noch nicht eingängig an. Darum nebenbei eine Grafik, die dir das Ganze verdeutlicht.
Als Beispiel muss mal wieder ein fiktiver Online-Shop für Damen-Mode herhalten. Wie du siehst, sind die Themen & Inhalte auf den verschiedenen Ebenen so verteilt, dass der Kunde sofort sieht, wo er hin will.
So weit, so klar: Es gibt verschiedene Stufen, die hierarchisch eingeteilt sind.
Die Startseite beschäftigt sich natürlich mit Damen-Mode allgemein und ist der wichtigste Bereich des Shops – sowohl für Google als auch für den Nutzer. Auf jeden Fall ist die Startseite oder Homepage dafür da, dem Kunden einen Überblick zu geben, um was es bei diesem Online-Shop überhaupt geht.
Dann erst kommen die Hauptkategorien mit spezifischen Produkten, von denen es zu den weiteren Unterseiten geht. Mehr dazu » Kategorie-Texte für Online-Shops
Im Klartext: Die Seite ist in Themenblöcke gegliedert – wohlgemerkt: logisch gegliedert. Denn wären die Damen-Jeans unter den Damen-Jacken zu finden, kennt sich niemand mehr aus. Nicht einmal der superschlaue Google Crawler!
Worauf ist bei der Website-Struktur noch zu achten?
1. Flache Hierarchie & Ordnungsstruktur
Sehr, sehr wichtig! Die Klicktiefe deiner Website darf sich nicht ins Unendliche fortsetzen. Das ist einfach nicht übersichtlich & auch nicht benutzerfreundlich.
Darum sollten alle deine Unterseiten & Unterunterseiten von der Startseite aus mit höchstens 6 Klicks erreichbar sein.
Vgl. auch SEO-Texten / SEO Writing und die Regeln
Beispiel für eine schlechte Hierarchie:
www.muster-shop.de/katalog/artikel/bekleidung/hosen/jeans/jeans-shorts/marken/diesel-shorts.html
Hier bräuchte der User 1, 2, 3 — ganze 8 Klicks, um von der Startseite zu den gesuchten Diesel-Shorts zu gelangen! Oder andersherum.
Ganz schön frustrierend...
Beispiel für eine gute Ordnungsstruktur:
www.muster-shop.de/hosen/jeans/shorts/diesel-shorts.html
Schon viel besser: innerhalb von 4 Klicks findet der potentielle Kunde das, wonach er sucht.
2. URL-Länge
Grundsätzlich sind kurze URLs immer zu bevorzugen. So sind sie einfach einprägsamer. Oder könntest du dir merken, wenn eine URL folgendermaßen lautet:
www.muster-shop.de/hosen-damen/beliebte-marken/diesel-levis-herrlicher/lange-damen-jeans-im-5-pocket-style/sonderangebote.html
Eher nicht, oder? Auch SEO-technisch macht es Sinn, eine URL kurz zu halten. Übersteigt sie nämlich mehr als 2.048 Zeichen, kann Google sie nicht mehr vollständig auslesen.
Und wenn Google das nicht kann, ist deine Sichtbarkeit in den Suchtreffern ziemlich mau.
Siloing – so optimierst du deine interne Verlinkung
nutzer- & google-freundlich!
Wie es im Online-Journalismus so schön heißt, sind Hypertexte – also verlinkte Online-Texte auf deiner Website – keine linearen Rezeptionspfade.
In einem Buch folgt ein Kapitel dem nächsten, das bedeutet, du liest das Buch normalerweise von Vorne bis Hinten durch und fängst nicht einfach mit dem letzten Kapitel an oder mitten drin, um dich dann nach vorne durchzuarbeiten.
Macht nämlich keinen Sinn. Anders sieht es bei Webseiten aus.
Hier ist der Leser völlig autonom. Befindet sich auf dem Startseiten-Text ein Link zu einer Unterseite, dann kannst du ihn einfach anklicken und gelangst auf eine Seite innerhalb deiner Domain, die auf einer anderen Ebene liegt oder ein Unter-Thema behandelt.
Anders als bei gedruckten Texten bauen die Inhalte nicht unbedingt aufeinander auf, sondern sind auch verständlich, wenn du nicht zuvor die Startseite durchgelesen hast.
Zumindest im Idealfall. Darum sprechen Fachleute von nichtlinearen Kommunikationsmedien, wenn sie über Internetseiten reden.
Ist klar, oder?
Nichtlinear bedeutet nicht gerade aus, sondern kreuz & quer.
Warum ist eine gute interne Verlinkung wichtig?
Einerseits, damit du selbst & deine Leser den Überblick behalten. Kreuz- & Querverlinkungen müssen strukturiert sein, damit keine Verwirrung aufkommt.
Andererseits aus Ranking-Gründen: Wer eine hohe Sichtbarkeit bei Google erzielen möchte – und das wollen wir doch alle ;-) – sollte seine interne Verlinkungsstruktur optimieren.
Die Suchmaschinen achten auf Nutzerfreundlichkeit und dazu zählt nun einmal eine überschaubare Ordnung.
Ich wage sogar zu behaupten, dass eine gute interne Verlinkung noch wichtiger ist als das Einheimsen von externen Backlinks.
Neben Usability ist auch der PageRank relevant. Denn durch die Verlinkung verteilst du Linkkraft („Linkjuice“) auf deine anderen Seiten.
Intermezzo: Was ist der PageRank?
Google bewertet Websites unter anderem nach ihrem PageRank (Skala von 0-10). Heißt: desto mehr Links, umso wichtiger die Seite – je wichtiger die Seite ist, die auf dich verlinkt, desto wichtiger ist auch deine Seite für Google (weil die Linkkraft an dich weitergegeben wird).
Auf diese Weise erstellt Google sein Ranking in den Suchtreffern. Natürlich fließen noch andere Ranking-Kriterien wie Title-TAG, Content-Qualität und vieles mehr mit ein. Trotzdem ist der PageRank nicht zu vernachlässigen.
Verweist Wikipedia auf dich, dann ist das ein mega Booster für deine Sichtbarkeit. Denn Wikipedia genießt eine hohe Autorität im Internet, da die Seite viele relevante Informationen in guter Qualität bereitstellt. Setzt hingegen irgendeine Website einen Link auf deine Seite, bringt dich das nicht nach vorne.
Ein konkretes Beispiel:
Nehmen wir wieder unseren Online-Shop für Damenmode. Der Shop bekommt 2 Links – einmal von einer berühmten Fashion-Bloggerin und einmal von einer bekannten Seite, die sich mit Computer-Technik beschäftigt.
Beides großes Tiere im Internet, doch welcher Link ist mehr Wert?
Selbstverständlich der Link der Fashion-Bloggerin, da ihre Seite ähnliche Themen wie der Online-Shop für Damenmode behandelt. Und das ist wichtig, weil sich höchstwahrscheinlich ihre Leser mehr für Damenmode interessieren als diejenigen, die sich auf der Computer-Website tummeln.
Das gleiche Prinzip gilt für deine Interne Verlinkung: Ein Link von der Startseite auf eine Unterseite zeigt Google, dass diese Unterseite wichtig sein muss. Die Unterseite wird daher als relevanter erachtetet. Eine Verlinkung von einer Unterseite auf eine andere Unterseite ist dagegen weniger wertvoll.
Und an dieser Stelle kommen wir zur Siloing-Methode!
Was ist Siloing in der Suchmaschinenoptimierung?
Schon klar, dass wir hier nicht von Silos im Sinne von Getreidespeichern reden. Doch wie viele andere Begriffe in der SEO ist auch dieser plastisch gemeint: ein Silo ist eine Kategorie bzw. ein Themenblock innerhalb der Website.
Der Online-Auftritt ist also thematisch in verschiedene Silos eingeteilt.
Die Silos existieren nebeneinander, sind aber vom Thema her klar voneinander getrennt. So verstehen User & Google den inhaltlichen Zusammenhang besser.
Eine selbsterklärende Grafik dazu hat mindshape.de veröffentlicht:
Theas Feinkostladen hat sich also auf 3 Silos – entspricht 3 Hauptkategorien – spezialisiert: Backwaren, Käse-Produkte & bestimmte Getränke.
Die Bezeichnungen der Silos/Themenschwerpunkte deckt sich mit den gewählten Keywords. Ist nur logisch, denn Theas Kunden suchen im Internet nun einmal nach Backwaren usw.
Auf der 3. Ebene geht Thea etwas genauer auf ihr Angebot ein: Schließlich verkauft sie keine Brote, sondern Sahnetorten, Kuchen & Kleingebäck.
Genauso geht sie auch bei ihren anderen Hauptkategorien vor. Es folgt die 4. Hierarchie-Stufe: die konkreten Produkte!
Entsprechend spiegeln sich die Themen-Silos in den URLs wider:
www.theas-feinkost-shop.de/backwaren/sahnetorten
www.theas-feinkost-shop.de/backwaren/kuchen
www.theas-feinkost-shop.de/kaese/hartkaese
www.theas-feinkost-shop.de/kaese/weichkaese
Das tolle am Siloing: die meisten gehen intuitiv nach Themen-Einteilung vor. Ist ja auch logisch!
Aber was ist jetzt das Besondere am Siloing?
Die Struktur der internen Verlinkung selbst.
Wie du im unteren Bild hier siehst, gibt es zwar Kreuz- & Querverlinkungen – das aber nur innerhalb eines Themenblocks/Silos:
Die grünen Pfeile zeigen die optimale Verlinkung, die roten Pfeile eine falsche, da die thematische Verbindung von z.B. Weichkäse und Schwarzwälder-Torte nicht logisch ist & auch inhaltlich nicht zusammengehört.
Von der Startseite aus finden sich Links auf die 3 Hauptkategorien, das ist absolut okay & richtig.
Auch die 3 Hauptkategorien dürfen aufeinander verweisen. Allerdings nicht die Unterseiten auf eine anderen Themenschwerpunkt oder eine themenfremde Unterseite.
Wieso?
Weil Benutzer & Google chaotische Verlinkungen ohne Struktur negativ bewerten. Wahllos miteinander verlinkte Seiten ohne inhaltlichen Zusammenhang zeugen nicht gerade von deiner Expertise und sind alles andere als nutzerfreundlich.
Jetzt zur metaphorischen Preisfrage: Was bringt das Ganze?
Du siehst, ein großer Aufwand ist Siloing nicht – zumindest nicht, wenn du von Anfang an darauf geachtet hast, deine Website logisch einzuteilen.
Siloing bringt einige Vorzüge mit sich, die du nicht verschenken solltest: einerseits für die Suchmaschinenoptimierung deiner Website, andererseits für deine Kunden bzw. Leser.
1. Siloing Vorteile für die OnPage-Optimierung
Die Silo-Struktur & -Verlinkung von Websites ist ein sehr gutes SEO-Element. Und zwar aus folgenden Gründen:
Google folgt der internen Verlinkung auf einer Website. Durch Siloing erkennt die Suchmaschine thematische Zusammenhänge und Kerngebiete auf deinem Blog oder in deinem Online-Shop.
Du steuerst den Google-Crawler mit Hilfe von Silo-Verlinkungen. Das zeigt Google, wie gut du dich in deinem Themengebiet auskennst und wie wichtig deine Seite für die ausgewählten Keywords ist.
Durch die gezielte Steuerung von Google stärkst du die Relevanz deiner einzelnen Seiten für die jeweiligen Keywords. Du gibst den PageRank also systematisch an bestimmte Seiten innerhalb deiner Domain weiter, was deren Sichtbarkeit bei den Suchtreffern erhöht.
2. Siloing Vorteile für die Nutzer
In erster Linie profitieren deine Besucher von einer übersichtlichen & logischen Gliederung deiner Website. Denn die trägt zu einer hohen Nutzerfreundlichkeit bei – ein wichtiger Aspekt im Internet!
Deine Kunden & Leser finden schnell & einfach die Informationen, die sie suchen.
Die User können sich zu jeder Zeit auf deiner Seite orientieren. Das bedeutet: sie wissen, wo sie sich gerade befinden und wie sie wieder auf die Startseite oder einen anderen Themenblock zurückkommen. Deine Besucher erkenne also auf einen Blick, ob sie sich gerade auf einer Unterseite herumtreiben oder in einer Hauptkategorie stöbern.
Chaotische Strukturen killen die Lese- oder Kauffreude deiner Besucher. Beschäftigt sich ein potentieller Kunde mit den Seiten Bienenstich und Himbeertorte, möchte er wahrscheinlich eins von beiden kaufen. Präsentierst du ihm dann plötzlich einen Link zum Weichkäse, reißt du ihn quasi aus seinen süßen Torten-Gedanken. Ob er dann noch kauft, ist äußerst fraglich.
Noch blöder ist es, wenn der User sich aufgrund der verwirrenden Verlinkung auf deiner Seite verläuft. In den meisten Fällen verlässt er dann deine Seite und sucht die deiner Mitbewerber auf.
Sind also gar keine Querverlinkungen möglich?
Naja, so streng dürfen wir es auch nicht betrachten. Selbstverständlich darfst du deinen Besuchern Links zu anderen Themenblöcken anbieten.
In der Art einer Empfehlung.
Viele Blogs nutzen beispielsweise eine Seitenspalte, um auf andere interessante Inhalte hinzuweisen. Hier mit der Überschrift „Ähnliche Beiträge“, die den aktuellen Post sinnvoll ergänzen:
Auch am Ende eines Beitrags oder einer Seite werden oft Link-Listen wie „Das könnte Sie auch interessieren“ verwendet.
Doch was ist mit Verlinkungen im Fließtext?
Wie du siehst, finden sich in diesem Blog-Artikel ebenfalls Links zu einem anderen Blogtext von mir, der eigentlich ein anderes Thema behandelt.
Ist das nun ein Widerspruch? Wie so oft in der SEO, kommt es auf den konkreten Fall an! Denke immer daran: Nutzeroptimierung hat den absoluten Vorrang.
Indem ich in diesen Beitrag auf meinen Text zum Thema „User Experience“ verlinke, biete ich meinen Lesern einen Mehrwert. Dort können sie sich nämlich eingehend darüber informieren, was User Experience bedeutet und warum sie SEO-relevant ist.
Zwischen dem Text „User Experience“ & „Siloing“ herrscht also ein sinnvoller semantischer Kontext. Wenn ich die Leute damit nicht von meiner Website vergraule, erzeugt das wiederum positive Nutzersignale für Google.
Eine Win-win-Situation für alle Parteien: dem Website-Inhaber, dem Leser & der Suchmaschine. Und genau darauf kommt es an!