Online-Texte schreiben » die Basics des Webtextens

Die wichtigsten Kriterien fürs Online-Texten einfach erklärt: Grundlagen wie Schreibstil, Textlänge, Überschriften, Teaser, Text-Design.

Online-Texte zu schreiben, ist anders

Website-Texte kannst du nicht mit geschriebenen Texten auf Papier gleichsetzen. Denn das Lesen von gedruckten Büchern, Magazinen und Zeitschriften ist meist ein entspannter Zeitvertreib. Auf dem Bildschirm zu lesen, strengt unsere Augen jedoch an. Das ergeben zahlreiche Studien zur Wahrnehmungspsychologie, Lesepsychologie, Kognition usw.

Daher benutzen viele das Internet eher zur schnellen Suche nach Infos. Werden die gesuchten Informationen nicht schnell genug gefunden, dann wählen wir ein anderes Ergebnis aus der Trefferliste. Um genau zu sein, lesen viele von uns Online-Texte nicht einmal richtig. Wir überfliegen sie!

 

Darstellung des Blickverlaufs bei einer Google Seite (SERPs). Im Internet scannen und lesen wir in F-Form (Quelle: Nielsen Norman Group)

 

Im Internet scannen wir Texte

Aufschlüsse geben eine Reihe von Eyetracking-Studien, die belegen, wie das Auge beim Lesen eines Webtextes von Überschrift zu Überschrift und Absatz zu Absatz springt. In der Suchmaschinenoptimierung hat sich dafür der Begriff „Scanner“ etabliert. Eine gute bildhafte Beschreibung: wie ein Scanner durchkämmen wir eine Website nach dem Gesuchten.

Um den Nutzern das Scannen zu erleichtern, solltest du deine Texte überschaubar gestalten und echten Mehrwert bieten. Nur so können Website-Besucher zu echten Lesern werden!

 

Grundlagen beim Online-Texten

Der Inhalt macht’s

Bevor du mit dem Texten anfängst, musst du erst einmal wissen, worüber du schreiben willst und für wen. Wer ist deine Zielgruppe? Welche Themen und Fragen interessieren deine Kunden? Welchen Stil braucht dein Text?

 

Für wen Online-Texte schreiben?

Das ist gar nicht so banal, wie es klingt. Insbesondere die Frage nach deiner Zielgruppe ist der Pfeiler, auf dem du deinen Online-Content aufbaust. 

Nehmen wir an, du schreibst für ein Frauen-Magazin. Dein Content sollte immer die Lebenswelt deiner Zielgruppe widerspiegeln. Typische Themen sind dann meist: Gesundheit & Beauty, Reisen & Wellness, Liebe, Haushalt & Kochen.

Die Liste ließe sich beliebig erweitern, eben je nach Ausrichtung des gewählten Online-Mediums. Mach dir also ein genaues Bild von deinen Lesern. Inspiration kannst du dir besorgen, indem du schaust, was die Konkurrenz so treibt? Die haben meist die gleiche Zielgruppe. Auch eine Keyword-Recherche hilft weiter. 

 

Worüber schreiben?

Dein Schlagwort lautet Relevanz. Was interessiert deine Leser und welche Inhalte passen zu ihrem Lebensstil?

Noch mal zum obigen Beispiel: Frauen suchen im Netz nach

  • „den besten Zucchini-Rezepten“

  • „Tipps beim Flirten“

  • „Nahrungsmittel, die schön machen.“

PS: Das ist jetzt sehr klischeehaft, aber keineswegs an der Realität vorbei. 

 

Wie online schreiben?

Sachlich, neutral, humorvoll, persönlich, verspielt – es gibt eine große Auswahl an Schreibstilen und Text-Arten. Textest du also für den Blog einer Online-Apotheke, kommt ein sachlich, neutraler Ton besser an als ein humorvoller. Schreibst du für das Frauen-Magazin aus unserem Beispiel, kommt ein verspielter Stil gut an.

Und immer schön …

  • im aktiven Schreibstil bleiben,

  • kurze Sätze statt lange Schachtelsätze schreiben

  • Füllwörter vermeiden (schon, eben, gewissermaßen etc.)

 

Bleib einzigartig!

Egal, was und worüber du schreibst, für welches Magazin oder Portal – hüte dich davor, Webtexte zu kopieren – auch nicht in Teilen.

Erstens ist das ein Raub von fremdem Gedankengut und zweitens produzierst du damit Duplicate Content. Das wäre ein echtes Problem für dich auf Google. Wenn du gute Texte fürs Internet schreiben möchtest, musst (sic!) du Unique-Content erstellen. » Guter Texter oder KI?

Vgl. Duplicate Content Check: Website auf doppelte Inhalte prüfen

 

Wie viele Wörter braucht ein Online-Text?

Kommt es doch auf die Länge an?

Die ideale Länge eines guten Online-Textes ist immer wieder Thema. Oder immer wieder mal. Betrachten wir Studien zur Lesepsychologie, sollte der perfekte Text eine Lesedauer von 7 Minuten nicht überschreiten. Und da der durchschnittliche Leser ca. 200 Wörter pro Minute verschlingt, entspräche das einer Textlänge von 1.400 Wörtern.

Statistiken zeigen jedoch, dass vor allem lange Webtexte über Social Media geteilt werden, die mit einem Volumen von mehr als 2.500 Wörtern aufwarten. Mehr dazu: SEO Textlänge: warum du keine 2000 Wörter-Artikel brauchst! Wahrscheinlich hängt dieses Verhalten damit zusammen, dass lange Texte ein Thema umfassender und tiefgehender behandeln können als ein kurzer Artikel.

Aber: Qualität geht vor Quantität – sowohl für User als auch für Suchmaschinen! Ein langer Online-Text ist nur dann erfolgreich, wenn der Inhalt wirklich genug hergibt und nicht nur herumgeschwafelt wird. Storytelling ist natürlich erlaubt, nur kein langweiliges, inhaltsleeres Geplapper. Versuch daher nicht, deine Texte sinnlos aufzublasen. 

 

Headlines von Online-Texten

Packende Überschriften regen zum Klicken an

Lass dir Zeit für eine gut formulierte Headline. Ob ein Nutzer deinen Webtext in den Suchergebnissen auswählt, hängt maßgeblich vom Titel und der Meta-Beschreibung deines Textes ab. Denn mit ihnen startet der Dialog mit dem User. Mehr dazu kannst du auch unter Snippet-Optimierung lesen.

Übrigens: Wusstest du, dass wir nur die ersten 3 und die letzten 3 Wörter einer Überschrift wirklich wahrnehmen?

 

Aufzählungen und Zahlen

Klingt komisch, ist aber so: Siehst du eine Zahl in einem Titel, löst das in deinem Gehirn den Reiz aus, zu klicken. Der Grund: Zahlen sorgen für Übersichtlichkeit und wir können einschätzen, wie lange wir zum Lesen des Textes brauchen. Wie gesagt, im Internet suchen wir meist nach schnellen Infos.

Übrigens scheinen ungerade Zahlen auf uns attraktiver, vielleicht weil wir sie als ungewöhnlich empfinden. Jedenfalls werden sie häufiger geklickt.

 

Fragen und Probleme

Formulierst du deine Überschrift als Frage, denkt der Leser automatisch darüber nach, welche Antworten dein Text für ihn bereithält.

 

Call to Action (Aufforderungen)

Zuverlässig funktioniert es auch, wenn wir aufgefordert werden, etwas zu tun. Am besten mit Verbindung des Nutzwertes.

Zum Beispiel so: „Besser bei Google ranken – lerne jetzt gute SEO-Texte zu schreiben!“ Diese Bestimmtheit im Stil macht neugierig auf den Inhalt.

 

Direkte Ansprache

Ein Text erregt mehr Aufmerksamkeit, sobald er dich direkt anspricht. Baue daher Begriffe wie „Du“ oder „Sie“ ein. Und schreib im aktiven Satzstil.

 

Tipps & Tricks

Ein Dauerbrenner! Vor allem perfekt mit einer Zahl.

Beispiel: „7 Tipps für gute Online-Texte“

 

Dringlichkeit ausdrücken

Wörter dieser Art sprechen unser Unterbewusstsein an und animieren uns zum Klicken. Im Fachjargon nennt man das Power-Wörter, sie lösen in uns einen Handlungsimpuls aus:

  • jetzt

  • sofort

  • praktisch

  • hilfreich

  • toll

  • super

  • clever

 

Teaser-Texte online nicht vergessen

Knackige Teaser sind kurz & prägnant

Verlocke deine Leser mit einem guten Teaser zum Lesen. Ein knapper „Heißmacher“-Text befindet sich unter der Headline deines Artikels oder wird von Google als Meta-Beschreibung genutzt. Der Teaser bildet eine Einheit mit deiner Überschrift: sie machen dem Leser das Anklicken schmackhaft, geben aber auch etwas vom Inhalt preis.

Wichtig: Der Teaser ist keine Einleitung! Er soll deine Besucher in aller Kürze Infos über den Artikel verraten. Zum Beispiel: „Du willst mehr Kunden über Google gewinnen? Mit diesen Tipps gewinnst du die Aufmerksamkeit und das Vertrauen deiner Zielgruppe!“

Vergiss nicht, den Leser direkt anzusprechen und Fragen, Kommandos oder dergleichen einzubauen.

 

Strukturierung von Online-Texten

Ein Hoch auf die Nutzerfreundlichkeit!

Gratuliere, da hast du ein gutes Stück Arbeit hinter dir! Jetzt kommt es nur noch darauf an, den Inhalt ins richtige Layout zu packen. Auch als Text-Design bezeichnet.

 

Schreckgespenst Textwüste

Ich weiß ja nicht, wie es dir geht, aber ich verlasse eine Seite sofort, wenn ich mich einem riesigen Text-Monster konfrontiert sehen. Das ist mir einfach zu anstrengend – und den anderen Scannern auch.

Lenke das Auge deines Lesers daher mit sinnvollen Absätzen. Als Faustregel gilt: Nach 4–5 Zeilen einen Absatz machen. Oder früher, wenn sich das anbietet. Jeder Absatz sollte eine Info enthalten, nicht mehr und nicht weniger.

 

Zwischenüberschriften nutzen

Sie erleichtern nicht nur das Lesen und Scannen deines Textes, sondern strukturieren auch seinen Inhalt. Die Zwischenüberschrift sollte Bezug zum nachfolgenden Absatz haben und kurz über den Inhalt informieren. Vollkommen logisch, oder? Zwischenüberschriften erleichtern Scannern die Suche nach Schlüsselbegriffen in deinem Text.

 

Stichpunkte (Aufzählungen)

Die kommen wirklich immer gut an. Sie sind so schön überschaubar und verdeutlichen die wichtigsten Punkte.

 

Bilder, Grafiken, Infoboxen

Artikelbilder lockern nicht nur den Textfluss auf, sie stellen auch auf visuelle Weise das Thema dar. Dazu muss das Bild natürlich zum Content passen, ansonsten verwirrst du den Nutzer. Und das mag er gar nicht.

Im journalistischen Fachjargon nennt man das dann Text-Bild-Schere. Das Motiv ist daher äußerst wichtig. Ebenso helfen dir Grafiken oder Infoboxen, deinen Online-Text aufzulockern. 

 

Fazit nutzen für Online-Texte

Wenn dein Text einfach so endet, lässt du den Leser fallen wie einen nassen Sack. Nicht gerade die freundliche Art. Besser machst du es, wenn du einen Abschluss bietest:

  • kleine Zusammenfassung

  • Aufforderung andere Artikel zu lesen

  • Produkte oder Links anklicken

  • Einladung zum Kommentieren

 

Fazit: Online-Texte schreiben

Online-Texte zu schreiben, erfordert ein gutes Verständnis der speziellen Anforderungen und Lesegewohnheiten im Internet: von der zielgerichteten Ansprache deiner Leser über klar strukturierte Inhalte bis hin zur richtigen Textlänge und ansprechenden Überschriften.

Achte daher immer darauf, dass deine Texte übersichtlich gestaltet sind und echten Mehrwert bieten. Setze Headlines, Teaser und Absätze gezielt ein, um das Scannen zu erleichtern und deine Leser zu fesseln. » Texte schreiben lassen

Tamara Niebler

Hallo, ich bin Tamara Niebler, studierte Philosophin und freie Texterin in München. Als ausgebildete Journalistin schreibe ich seit mehr als 10 Jahren für Medien und Unternehmen. Auf diesem Blog teile ich meine Erfahrungen als SEO-Texterin für Online-Texte und Content-Marketing.

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